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Erdgas wird schon wieder teurer

22 Aug 2011 08:11 | Wirtschaft

Nach Wien, dem Burgenland und Niederösterreich dreht auch Oberösterreich an der Gas-Preisschraube. Im Oktober wird Gas um vier bis fünf Prozent teurer. Wegen langfristiger Verträge profitieren die Kunden nicht von fallenden Preisen auf Spotmärkten. 

Das ist bereits die zweite Erhöhung innerhalb eines Jahres. Erst im April wurden bei den Gaspreisen 7,8 Prozent draufgelegt. Die Linz AG hatte im Mai mit einem Plus von 8,4 Prozent nachgezogen.

Haushalte, die mit Gas heizen, müssen mit einer Mehrbelastung von 50 Euro pro Jahr rechnen. Auch die Fernwärmekunden und die Strombezieher werden in der Folge zur Kasse gebeten werden.

Da man mit Verträgen auf drei bis sechs Monate gebunden sei und im Sommer das Gas für den Winter einlagern müsse, hätte eine kurzfristige Stabilisierung bei Erdöl keine Bedeutung. Ein Eindecken auf Spotmärkten sei überdies eine unsichere Angelegenheit. Im Übrigen stünde man nicht an, die Preise zu senken, wie man es 2009 drei Mal getan habe, wenn sich an den Bezugspreisen etwas ändere, so Dorninger.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK) geht mit der geplanten Gaspreiserhöhung hart ins Gericht. Diese Abzocke müsse endlich aufhören, so AK-Präsident Johann Kalliauer in einer Aussendung. Kalliauer sieht die Großhandelspreise auf konstant niedrigem Niveau und hält eine Gaspreiserhöhung nicht für angemessen.

Kalliauer fordert ein Eingreifen der Politik, sollten die Preise erhöht werden. erdgas-Mann Klaus Dorninger kontert mit dem Vorwurf der Polemik. Auch im roten Wien würde Gas teurer. Die EnergieAllianz, die gemeinsame Vertriebstochter von Wien Energie, EVN und Bewag/Begas, erhöht ab 1. Oktober die Preise um 3,2 bis 5,5 Prozent.

Aber auch in Deutschland zeigen die Gaspreise für Konsumenten in breiter Front nach oben. Nach Berechnungen von Vergleichsportalen im Internet, etwa Verivox.de, haben 130 Unternehmen Preiserhöhungen ab Herbst schon bekanntgegeben. Rechnet man August und September dazu, summiert sich die Zahl auf 280. Darunter befinden sich namhafte Versorger wie EWE, E.ON Avacon, EnBW Vertrieb, Mainova oder auch der größte deutsche Ökostromversorger Lichtblick.

Im Schnitt liegen die Erhöhungen bei elf Prozent. Beim Strom zeichnen sich noch keine nennenswerten Preisänderungen ab. Aber auch dort rechnen Beobachter spätestens 2012 mit Aufschlägen.

Verantwortlich für den Anstieg sind nach Einschätzung von Energieexperten die anziehenden Ölpreise, an die die Gaspreise über die Verträge der Gasimporteure gekoppelt sind. Im Einzelfall ist aber die Beschaffungsstrategie der Gasversorger entscheidend. Wer Gasmengen über Spotmärkte beziehen kann, hat gegenüber anderen, die in festen Abnahmeverträgen mit Gaslieferanten stecken, Spielräume nach unten.

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